Rund 25% der Erwachsenen in Mitteleuropa leiden an Schlafstörungen, deren Ursachen mannigfaltig sind und einer sorgfältigen differentialdiagnostischen Abklärung bedürfen.

Nicht alle Schlafuntersuchungen müssen in einem Schlaflabor im Spital erfolgen, es gibt auch die Möglichkeit von Screeninguntersunungen im ambulanten Setting, DABEI SCHLAFEN SIE ZU HAUSE IN IHREM BETT IN GEWOHNTER UMGEBUNG!

Diese Untersuchung nennt man ambulante Polygraphie (siehe auch unter dem Menüpunkt "Honorare" und Abbildung unten).

 

Einteilung der Schlafstörungen nach ICSD-3 (International Classification of Sleep Disorders, 2014) des American Acadamy of Sleep Medicine (AASM)-Manuals

  1. Insomnie  (Ein-und Durchschlafstörung für mindestens 3 Monate)

  2. Zentrale Störungen mit Tagesschläfrigkeit  z.B. Narkolepsie 

  3. Zirkadiane Schlaf-Wach-Rhythmusstörung z.B. Jet Lag, Schichtarbeit

  4. Schlaf bezogene Atmungsstörung z.B. obstruktives Schlafapnoesyndrom (Atempausen während des Schlafens)

  5. Parasomnien z.B. REM-Schlaf-Verhaltensstörung (Ausagieren der Träume) oder Schlafwandeln

  6. Schlafbezogene Bewegungsstörung z.B. PLMS (periodic limb movements in sleep)

  7. andere Schlafstörungen

 

Z.B. ergeben sich durch Schlafstörungen auch gesundheitsbedrohende Folgeerkrankungen: am Beispiel des Schlafapnoesyndroms können dies nächtlicher und/oder morgendlicher Bluthochdruck, Diabetes, Depression, Schlaganfälle oder Herzrhythmusstörungen sein. Ein weiteres Symptom ist vermehrte Tagesmüdigkeit, die auch zu Sekundenschlaf führen kann, eine relevante Ursache für Verkehrsunfälle!!!! Dies findet nun auch aktuell im Führerscheingesetz Berücksichtigung (wird wie folgt zitiert):

 

Führerscheingesetz-Gesundheitsverordnung, Fassung vom 29.12.2016

 

Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom

§ 12b. (1) Personen, bei denen der Verdacht auf ein mittelschweres oder schweres obstruktives Schlafapnoe-Syndrom gemäß Abs. 4 besteht, darf eine Lenkberechtigung nur nach Einholung einer fachärztlichen Stellungnahme erteilt oder belassen werden. Besitzer von Lenkberechtigungen sind auf die besonderen Risiken beim Lenken von Kraftfahrzeugen hinzuweisen.

(2) Personen, die ein mittelschweres oder schweres Schlafapnoe-Syndrom aufweisen, kann eine Lenkberechtigung erteilt oder belassen werden, wenn

                     

1.

sie ihren Zustand angemessen unter Kontrolle haben,

2.

eine geeignete regelmäßige Behandlung (gute Adhärenz) einhalten und

3.

sich deren übermäßige Tagesmüdigkeit, sofern eine solche vorhanden war, verbessert hat.

(3) Personen, die ein mittelschweres oder schweres Schlafapnoe-Syndrom aufweisen, ist die Lenkberechtigung unter der Auflage von ärztlichen Kontrolluntersuchungen im Abstand von drei Jahren für eine Lenkberechtigung der Gruppe 1 und einem Jahr für eine Lenkberechtigung der Gruppe 2 zu erteilen oder zu belassen. Dabei sind die in Abs. 2 genannten Kriterien sowie die Notwendigkeit der Fortsetzung der medizinischen Behandlung und eine weiterhin hohe Vigilanz zu beurteilen.

(4) Ein mittelschweres obstruktives Schlafapnoe-Syndrom liegt vor, wenn eine Anzahl von Apnoen und Hypnoen zwischen 15 und 29 pro Stunde vorliegen, ein schweres obstruktives Schlafapnoe-Syndrom, wenn mindestens 30 Apnoen und Hypnoen pro Stunde vorliegen, jeweils im Zusammenhang mit übermäßiger Tagesmüdigkeit.

 

Bild zur Monatge der ambulanten Polygraphie wird eingefügt, bitte um etwas Geduld......